politik & entwicklung
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Politik, Entwicklung und Wirtschaft |
Administrativ ist Tibet, genauer die "Autonome Region Tibet" der Volksrepublik China, unterteilt in sechs Distrikte (Prefekturen), welche wiederum in "County" unterteilt sind, die aus mehreren Gemeinden bestehen.
Offiziell regiert von autonomer Verwaltung und Parlament, ist die Tibet Autonomus Region (TAR) in wirklichkeit starkt von Peking abhägig.
Abgesehen von den urbanen Zentren, wo sich eine bescheidene Industrie ansiedelt, ist Tibet ein Agrar- und Weideland, das nur wenig produktiv ist. Der grossteil der Bevölkerung lebt auf dem Land in ärmilchen Verhältnissen.
Tagespolitik
Die Regierung Tibet's bildet sich aus der "Tibet Autonomus Region Party Comitee" der Kommunistischen Partei Chinas, mit den wichtigsten Positionen von Chinesen besetzt und einigen symbolischen Tibetern, welche der Zentralregierung ergeben sind.
Zusammenleben: Chinesen und Tibeter
Es gibt keine genauen oder verlässlichen Angaben zur verteilung der Befölkerung in Tibet. Die grossen Zentren wie Lhasa, Tsedang oder Shigatse sind deutlich von Chinesischer Architektur geprägt, mit grossen Anteil von Chinesen, in Lhasa sogar die absolute Mehrheit bildend. Dies auch, da nur wenig Chinesen in die abgelegenen Gebiete Tibet's wandern wollen, da dort das leben bedeutend schwieriger für sie ist.
Zwischen Schwierigkeiten und sichtbarer Entwicklung, leben eingewanderte (meist Han) Chinesen und Tibeter zusammen zwischen indifferenz und versuch des täglichen zusammenlebens, Politik vermeidend.
Das Verhältniss zwischen Chinesen und Tibetern bleibt jedoch Grundsätzlich gespannt, die Menschen vermeiden unnötigen Kontakt und Tibeter sprechen nicht gerne über politische Fragen. Die Eingewanderten Chinesen haben meist die sozialen Vorteile und sind Kulturell entwurzelt. Beide Gruppen tun sich schwer, im nationalen zusammenhang einen zugang zur jeweiligen anderen Volksdruppe zu finden, ohne Vorurteile und im unverständniss der Geopolitischen Situation Chinas.
Der Einfluss Pekings
Auch wenn der Einfluss Pekings in den abgelegenen Gebieten nicht sehr sichtbar ist, so trifft dies auf die urbanen Zentren nicht zu, dort, wie in Gertse, Shigatse oder Lhasa, fällt der Einfluss sofort auf. Besonders in Lhasa sieht man den Einfluss sofort, der heilige Potala ist zu einem toten Museum verwandelt, Prostitution und Kriminalität kein fremdwort mehr und die Altstadt eingezwängt von modernen Gebäden.
Die Verwaltung liegt in den Händen der Partei, die Polizei und das Militär sind stark presänt, eine klare Warnung an alle Separatistischen Tendenzen.
Peking bemüht sich zwar um die Restaurierung der meissten Fehler aus der "Kulturrevolution", jedoch tragen die Tibeter weitaus mehr dazu selbst unter oft grossen Opfern bei und werden hierbei nicht gestört.
Die Tibeter, welche vor 1959 unter einem feudalem System lebten, haben durch die Chinesische Regierung jedoch auch viele verbesserungen erhalten, so Spitäler, Schulen und ein Minimum and sozialer Betreuung neben der enormen Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung. Tibeter, welche Unternehmen besitzen, können Problemlos nach Kathmandu ausreisen, auch für Pilgerreisen bestehen wenig Hindernisse.
Wirtschaft
Das Land selbst bietet wenig zum Überleben, was sich im Leben der Tibeter immer im Lebenstil ausdrückte: entweder lebte man vom Karavanenhandel oder von der Landwirtschaft.
Industrie kannte man überhaupt nicht bis in die jüngere Vergangenheit, erst langsam bildet sich Industrie vor allem in den Städten Lhasa, Shigatse oder Tsedang. Die meisten Einwanderer arbeiten jedoch in dem Dienstleistungssektor, der Verwaltung und den Sicherheitsbehörden. Tibeter finden dort schwer zugang. Neuerdings bietet der Toursimus eine gute Arbeitsquelle für Tibeter, da die meisten westlichen Touristen auf tibetische Führer und Personal wert legen.
Die privatisierungswelle in China hat natürlich auch Tibet grosse Vorteile gebracht und immer mehr Tibeter gründen Unternehmen, auch wenn das Kapital nicht immer reicht, um der Chinesischen Konkurrenz paroli bieten zu können.
Ein ungelöstes Problem Tibet's ist die Frage der Ökologie, die rasante Abholzung der reichen Wälder Tibet's entlang der Grenze zu Bhutan und Burma, die wenigen Kläranlagen der Industrie bilden Grundstein für Probleme, welche bereits heute ihre folgen sehen und spüren lassen.
Soziale Aspekte |
Soziale Fortschritte und Nachteile
Die Chinesischen Einwanderer erhalten von der Zentralregierung zuschüsse und vergünstigungen, gute Arbeit in den Verwaltungszentren und in den Regierungsstellen. Auch erhalten diese besondere Kredite und können leichter Lizenzen erwerben, da sie ohne Probleme sich mit der Verwaltung in der selben Sprache verstehen und meist der selben Volksgruppe angehören. Sie tun sich jedoch nicht leicht mit den integrieren ("wir sind ja in China"), und betrachten oftmals die Tibeter als ungebildete und unterentwickelte Menschen.
Die Tibeter tun sich hingegen schwer, mit Chinesen zu handeln oder für sie zu arbeiten, man findet Tibeter meist in "niedrigeren" Arbeitsbereichen, selten in hohen Positionen in der Wirtschaft oder gar Politik. Auch sind die Staatlichen Stellen schwer zugänglich, da Peking subversion fürchtet. In den urbanen zentren findet man wenig arme Menschen, wenn jedoch, so sind es fast ausschliesslich Tibeter.
Menschenrechte
Die Menschenrechtsfrage wird immer wieder aufgeworfen im zusammenhang mit Tibet. Tatsächlich ist diese Frage im zusammenhang Gesamtchinas zu sehen, wo der Staat generell individuelles Recht unter jenem der Gesamtheit stellt. Die schwierige Lage Tibet's erleichtert es jedoch auch Peking nicht immer, tolerant zu sein.
Im normalen Leben haben es auch Tibeter nicht schwerer als alle Chinesen in China, jedoch aufgrund der besonderen Situation Tibet's, reagiert Peking oftmals überreizt und greift sofort durch, wenn es Probleme sieht. Oftmals wird die Gesamtsituation Chinas vergessen, wenn über Tibet gesprochen wird.
Die allgemeine Menschenrechtslage Chinas ist in Tibet (und anderen Minderheitsregionen wie Sinkiang) jedoch durchaus als schlimm anzusehen, und bedarf sicherlich der verbesserung.
Weitere Informationen hierzu findet man zahlreich in vielen Internetseiten, auch aktuelle Informationen, siehe auch unter den Internet Links auf diesen Seiten.
Tourismus |
Tibet wurde versuchsweise 1984 für Gruppen und 1986 auch für den individualtourismus geöffnet. Nach gerade 3 Jahren, wurde Tibet in der folge von Ausschreitungen wieder geschlossen und erst wieder 1992 geöffnet.
Bis heute kann man Tibet nur unter relativ strengen Bedingungen besuchen, da China hier den Gruppentourismus aus offensichtlichen Gründen fördert. So sind denn auch 97% aller Touristen in Gruppen organisiert.
Zwischen liberalisierung der Wirtschaft und Freiheit des Reisens, wird Tibet wohl noch für lange Zeit immer unsicher zu bereisen sein, vor allem für jene, welche gerne das Land auf eigene Faust besuchen wollen.
Tibet verzeichnet jedoch eine zunehmende Beliebtheit unter Chinesischen Touristen, und so besuchten 2002 780.000 Touristen Tibet, wovon gerade mal 73.000 von ausserhalb Chinas stammten.